Rezension: WestBam - Götterstrasse | AMuBlo - Alternative Music Blog

Rezension: WestBam - Götterstrasse

WestBam - Götterstrasse
Obwohl ich keine Ahnung habe, was ein gewisser Maximilian Lenz, so WestBams bürgerlicher Name, zwischen 1991 und seinem aktuellen Album Götterstrasse gemacht hat, kann man ihn durchaus als "deutschen Pionier der elektronischen Musik" bezeichnen. Bereits seit den frühen 80er-Jahren arbeitet er als DJ, Partymacher und Musiker. Seine früheren Tonträger veröffentlichte er auf seinem eigenen Label Low Spirit. 1991 habe ich zum letzten Mal ein Stück namens The Roof is on Fire von ihm gehört, anschließend ging diese Techno/Tekkno/Rave-Welle los und gleichzeitig an mir vorbei. Der Name WestBam steht heutzutage zwar nicht gerade für den Inbegriff alternativer Musik, die Tatsache, dass er in Götterstrasse einige Gastsänger aus dem Alternative-Bereich um sich scharte, weckte jedoch mein Interesse und ich wurde überrascht:
So wird beispielsweise der Track Iron Music von Alt-Rocker Iggy Pop bereichert. Dem Song You need the drugs leiht The Psychadelic Furs-Sänger Richard Butler ebenso seine Stimme, wie es New Order-Bandmitglied Bernard Sumner bei She wants, Placebo-Frontman Brian Molko bei Sick, oder Gastsängerin Inga Humpe bei Götterstraße No. 1, tun. Mit von der Partie sind außerdem Hugh Cornwell (Ex-Sänger The Stranglers), Rapper Kanye West und Nachwuchssängerin Katt Rockell.

Musikalisch ist das Ganze durchaus kein "Großraumdisco-Tekkno" oder "90er Mainstream-Tekkno-Trance-Utz" mehr, sondern eher Electronic/House der anspruchsvolleren Sorte, was nicht nur den Gastsängern geschuldet sein dürfte. You need the Drugs erschien bereits als Singleauskopplung und fand daher schon den Weg in die Clubs. Besonderen Anklang fanden bei mir die Stücke mit Iggy Pop, Richard Butler und Hugh Cornwell.

Außerdem ist Radio Siberia mit Kanye West besonders erwähnenswert: Dieses hat ein langes neoklassisches Intro und steigert sich dann in eine zweite tanzbare Hälfte. Die anderen Stücke sind, mit Ausnahme der Ballade Where we're from, ebenfalls sehr tanzbar und somit clubtauglich. So kann man dem alten Haudegen zu diesem wirklich gelungenen Album nur gratulieren.
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