Interview mit Seasurfer: "Wir machen coolen Dreampunksound!" | AMuBlo - Alternative Music Blog

Interview mit Seasurfer: "Wir machen coolen Dreampunksound!"

Seasurfer
SEASURFER ist das neue Projekt rund um Sängerin und Frontfrau Dorian E. aus Berlin, Songschreiber und Gitarrist Dirk aus Hamburg und Bassist Mikel aus Bayreuth. Obwohl als Blütezeit des Shoegaze bekanntlich die Zeit Ende der 80er- bis Mitte der 90er-Jahre gilt, existierten vereinzelt immer wieder Bands, die diese Musikrichtung auch nach dem Jahrtausendwechsel noch aufgriffen. So auch SEASURFER, die mit ihrem Debütalbum DIVE IN diesen nostalgischen Sound erneut aufleben lassen. Wie es dazu kam, und einige weitere Fragen, beantworteten mir SEASURFER im Rahmen des folgenden Interviews...

Der Name Seasurfer erinnert spontan an Sonne, Strand und Meer. War diese Assoziation beabsichtigt oder was bedeutet der Bandname für euch?

Dirk: Meer ist schon nah dran… Es geht irgendwie um das Surfen auf der eigenen Soundwelle. Die Flagge auf unserem Albumcover kommt auch von der Nordsee. Als Hamburger ist man schon eher See-affin, die Alpen sind einfach zu weit weg.

Ihr wohnt zwar alle in Deutschland, eure jeweiligen Wohnorte liegen jedoch mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt. Wie kamt ihr dazu, gemeinsam eine Band zu gründen und wie organisiert ihr eure Bandproben?

Dirk: Die Songs habe ich in meinem kleinen Studio in Hamburg gemacht und Dorian hat in Berlin die Vocals dazu gebaut. Ich habe für die Band eine coole Sängerin gesucht und diese mit Dorian gefunden. Mikel ist ein alter Freund von ihr. Proben brauchten wir bisher nicht, denn die Songs spiele ich immer erst einmal komplett ein und danach kommen die anderen dazu. Easy, in Zeiten des schnellen Internets.

Dorian, du bist unter anderem auch als Sängerin von Dear Strange bekannt und du Dirk, als Gitarrist von Dark Orange. Legt ihr eure bisherigen Projekte wegen Seasurfer nun erst einmal auf Eis?

Dorian: Dear Strange liegt nicht auf Eis, ich arbeite mit meinem Projektpartner parallel weiter an unserem Album.
Dirk: Mit Dark Orange habe ich 2010 und 2012 die letzten Alben veröffentlicht, eine Pause passt jetzt… Zumal Dark Orange eher ruhiger Dreampop ist, Seasurfer aber eher Dreampunk.

Mikel, du bist nicht nur als Bandmusiker, sondern auch als Theatermusiker und Schauspieler tätig. Wo siehst du die Vor- und Nachteile dieser einzelnen künstlerischen Tätigkeiten und welche von ihnen bereitet dir am meisten Spaß?

Mikel: Ich sehe da keine Nachteile und Spaß habe ich bei allen kreativen und künstlerischen Dingen. In der Entstehung des Albums war ich wohl eine gute Ergänzung, einerseits meine musikalische Erfahrung und andererseits mein technisches Know-how mit einfließen zu lassen. Als Theatermusiker agierst du eher hinter der Bühne, hast eine wichtige und tragende Funktion, so sehe ich mich auch bei Seasurfer. Das funktionierte sehr gut.

Im Juni 2014 erscheint euer Debütalbum Dive In. Dirk, woher nimmst du als Songschreiber der Band die Inspirationen für eure Songs und welchen Einfluss haben die anderen Bandmitglieder auf die Entstehung der Songs von Seasurfer?

Dirk: Der Seasurfersound ist schon meiner, denn ich spiele erst einmal alle Instrumente selbst ein. Ich wollte einen Sound, wie ich ihn heute selbst suche und kaum finde. Wir veröffentlichen in den USA und UK auf Saint Marie Records (neben Membran für Europa). Die haben noch ein paar Gitarrenbands, bei denen ich mich zu Hause fühle. Bei Seasurfer spüre ich meine alten Helden wie die Ramones, Hüsker Dü und Sonic Youth. Insgesamt klingt es für mich wie eine Mischung aus My Bloody Valentine, Placebo und altem David Bowie. Ich mag diesen zeitlosen Sound sehr. Insoweit sehe ich uns auch nicht als alte Nostalgiker, sondern als Band mit einem coolen Dreampunksound.

Zu eurem Song We Run habt ihr vor kurzem einen Videoclip veröffentlicht. Wo fanden die Dreharbeiten zu dem Clip statt und wie gestaltete sich der Videodreh?

Dirk: Der Videodreh fand in der Nähe von Valencia statt, die Aufnahmen mit Dorian entstanden in Berlin. Der spanische Videokünstler Alvaro del Hierro fand unseren Sound gut und hatte Lust, etwas mit uns zu drehen. Auch mit unserem US-Label haben wir ein Video zum Albumopener Stay gedreht, das ist eher ein Trip…

Euer Debütalbum wird in Europa, Asien und in den USA erscheinen. Knüpft ihr bestimmte Hoffnungen oder gar Erwartungen an Dive In?

Dirk: Wir haben ein Label in den USA und eines hier in Deutschland und damit eine weltweite Veröffentlichung. Wir haben keine Ahnung, was passieren wird. Das Wichtigste für uns ist, weiter Musik zu machen. Solange ich selbst auch Luftgitarre zu unseren Songs spielen mag ist alles prima (geht nämlich gut mit Kopfhörer auf und Lautstärke auf „10“).

Wie sehen eure Zukunftspläne bezüglich Seasurfer aus? Werden euch eure Fans demnächst auch live erleben dürfen?

Dirk: Ich habe bereits die ersten Songs für das nächste Album fertig und es wird eher noch schneller werden. Wir sprechen gerade mit einer Bookingagentur, die uns in einige Festivals reinbuchen wird.

Vielen Dank für das Interview!
Auf Google+ teilen

About AMuBlo

"Sometimes I'm lost in black and white. May I look good in technicolor? Sometimes I'm smart and sometimes I play the fool. Teach me the rules! So I can understand the game." (from Hand = Take by Les Immer Essen)